Bokashi ist japanisch und bedeutet „fermentiertes organisches Material“. Es ist ein hochwertiger Dünger, mindestens so wertvoll wie reifer Kompost, aber weniger arbeitsintensiv.

Bei der üblichen Kompostierung erfolgt die Umsetzung unter Mitwirkung von  Sauerstoff. Es ist ein Oxidationsprozess. Häufiges Wenden ist deshalb oft erforderlich. Ein langer Reifeprozess ist notwendig, bis alle Verwesungsgifte abgebaut  sind. Ein weiterer Nachteil: Nährstoffe gehen durch Treibhausgasbildung an die Atmosphäre verloren.

Anders bei der Bokashierung. Das organische Material wird möglichst frisch mit EM/EMa geimpft, anschließend in einem Behälter oder Sack gegeben und  luftdicht verschlossen. Durch den einsetzenden Fermentationsprozess erfolgt die Umwandlung. Alle Nährstoffe bleiben dabei erhalten. Sie werden  durch  die  milchsaure  Vergärung  sogar  noch aufgewertet(Sauerkraut enthält mehr Vitalstoffe als Weißkohl).  Die Dauer der Umwandlung hängt von der Zusammensetzung des Ausgangsmaterials und der Temperatur ab. Zeiten zwischen 3 und 8 Wochen sind die Regel. Was die Zusammensetzung angeht, kommt es darauf an, dass die Abfallmenge ein bestimmtes C:N Verhältnis hat. (Anhang)
Günstig ist ein Verhältnis von 15-25 Teilen Kohlenstoff zu 1 Teil Stickstoff. Das ausgebrachte Bokashi wird nur flach in den Boden eingearbeitet, es vererdet schnell und ist für die Pflanze nach ein bis zwei Wochen „verdaulich“.

Küchenbokashi

Um erste Erfahrungen zu sammeln eignet sich die Herstellung von Bokashi aus Küchenabfällen. Dazu verwendet man am besten einen speziellen Bokashi-Eimer. Die Vorgehensweise ist wie folgt:

Das Ablasshähnchen des Eimers verschließen, das Sieb mit dem Griff nach oben in den Eimer legen. Die Abfälle (keine gekochten Speisen verwenden)  zerkleinern  (größere Stücke brauchen für die Umsetzung länger),  über  das  Sieb  verteilen (Schichtdicke ca. 10 cm) und mit EM / EMa Lösung (2o ml EM / EMa auf 1 Liter Wasser) besprühen. Nach der Benetzung etwas von der Mischung (1 Tasse Urgesteinsmehl, 1 TL EM-Keramikpulver) darüber streuen. So füllt man Schicht für Schicht den Eimer.

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Rasenschnittbokashi

Rasenschnitt wird von den meisten Hobbygärtnern unterschätzt und über die Grüntonne entsorgt, statt ihn als Dünger und Bodenverbesserer zu nutzen. Besonders wertvoll ist er, wenn er mit EM/EMa fermentiert wird. Dazu folgende Vorgehensweise:

Kommt täglich nicht genügend organisches Material zusammen, kann es an einem kühlen Ort mit EM / EMa Lösung besprüht, einige Tage zwischengelagert werden, bis es sich lohnt den Eimer zu füllen. Besser ist es aber, die Abfälle so frisch wie möglich in den Eimer zu geben, bevor Zersetzung durch Fäulnis entsteht. Mit einem Sandsack die Abfallmenge in dem Eimer zusammendrücken, damit sauerstofffreie Verhältnisse gewährleistet sind. Dann den Eimer mit dem Deckel verschließen und an einen Platz stellen, an dem nicht zu starke Temperaturschwankungen bestehen ( z.B. Garage ) Am besten läuft der Umwandlungsprozess zwischen 25 und 30 °C ab. Unter diesen Bedingungen ist das Bokashi nach 2 bis 3 Wochen fertig.

Durch das Hähnchen entnimmt man täglich den anfallenden Sickersaft. Er ist ein hochwertiger Flüssigdünger und sollte am gleichen Tag verbraucht werden. In einer Verdünnung von 1:100 können damit Haus- und Gartenpflanzen versorgt werden. In purer Form kann er als Abflussreiniger genutzt werden.

Das Nachlassen der Ausscheidung von Flüssigkeit deutet das Ende des Fermentationsprozesses an. Die Bokashierung ist gelungen, wenn der Inhalt angenehm säuerlich riecht und der pH-Wert unter 4 liegt. Pilzfäden sind ein Hinweis für gute Umsetzung. Wenn es nach Fäulnis riecht, ist Sauerstoff dazugekommen. In diesem Fall das Bokashi kompostieren.

Getreidebokashi 

Dieses Bokashi kann bei allen Bokashierungen verwendet werden, wo keine Sickerflüssigkeit gewünscht wird. Es eignet sich besonders gut als Direktzusatz zu Erdmischungen, als Düngedepot in Pflanzkübeln und zur Herstellung von Bokashi aus Gartenabfällen. Für 25 Liter Düngebokashi nimmt man:

6l Wasser, 0,3 l EMa 15l Weizenkleie, 5l Leinkuchen, 5l Sojamehl

Gegen Abend eines regenfreien Tages den kurzhalmigen Rasen mit einer Sprühflasche einsprühen. Für 100 m² Rasenfläche reichen 50 ml EM/EMa in einem Liter Wasser. Dann den Rasen in den Fangkorb mähen und den Inhalt in einen Foliensack geben. Durch Zusammendrücken die Luft aus dem Sack pressen.

Den Sack 8 Wochen im Garten deponieren. Statt einem Foliensack eignet sich auch ein Malereimer sehr gut dafür. Bei luftdichter Verpackung kann das Bokashi auch ein Jahr gelagert werden. (Herstellung von Bokashi im Herbst, um guten Dünger für das Frühjahr zu haben).

Rasenbokashi

Die trocknen Anteile auf einer ausgelegten Folie gut vermischen und mit dem EMa / Wassergemisch (2oo ml EMa auf 1 Liter wasser) besprühen. Für die Reifung das Bokashi in einen Malereimer oder Foliensack füllen. Gut verdichten. Es darf keine Luft im Eimer bezw. Sack verbleiben. Luftdicht verschließen.  Bei 22-25 °C ist das Bokashi nach 8 Wochen fertig. Es lohnt sich eine größere Menge herzustellen, denn es kann lange gelagert werden.

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Bei der Herstellung von Bokashi aus Gartenabfällen (Rasenschnitt) ist die Vorgehensweise entsprechend. Da  jedoch die anfallenden Mengen größer sind, verwendet man zur Bokashierung Tonnen, Foliensäcke, Plastikeimer.